Nephilim ( בני היי )

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                                            Söhne der Götter (hebräisch "benej ha'elohim")

 

Die so genannten Söhne der Götter ("Bene Elohim"), wurden bereits in diversen Mythen, phönizischen
und ammonitischen Inschriften erwähnt. Das zeigt, dass sie in alten Religionen weit verbreitet waren.
"Gott" ("EL") wird in den frühen hebräischen Texten auch nur im Plural (Elohim: "die Götter") erwähnt.
Ob die Söhne der Götter früher für die "Engel" (Malochim: "Botschafter") standen, ist noch nicht ganz
geklärt.

"Als sich die Menschen über die Erde hin zu vermehren begannen und ihnen Töchter geboren wurden,
sahen die Gottessöhne, wie schön die Menschentöchter waren und sie nahmen sich von ihnen Frauen, so
wie es ihnen gefiel." (Genesis 6:1 und 6:2)
"In jenen Tagen gab es auf der Erde die Riesen und auch später noch, nachdem sich die Gottessöhne mit
den Menschentöchtern eingelassen hatten diese waren die Mächtigen der Ewigkeit(...)." (Genesis 6:4)
"Nun geschah es eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor den Herrn hinzutreten." (Hiob 1:6)
".... als jubelten alle Gottessöhne ." (Hiob 38:7)
".... und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn ...." (Daniel 3:92)

Der Ursprung der Nephilim beginnt mit einer Erzählung von gefallenen Engeln. Shemhazai, ein solcher
von hohem Rang, war Anführer einer Gruppe von Engeln, die auf die Erde herabstiegen, um die Menschen
in Rechtschaffenheit zu unterrichten. Diese Mission verlief auch für einige Jahrhunderte gut, dann aber
ergriff die Engel ein Verlangen nach den menschlichen Frauen. In Ihrem Begehren unterwiesen die ge-
fallenen Engel die Frauen in Magie und Beschwörungen, vermählten sich mit ihnen, und erzeugten auf
diese Weise Mischwesen, eben die "Nephilim".

Die Nephilim waren Riesen, ihre Stärke war beeindruckend, ihr Appetit immens. Sie verputzten nicht
nur sämtliche Nahrungsmittelressourcen der Menschen, sie begannen sogar, Menschen selbst zu ver-
zehren. Die Nephilim unterdrückten die Menschen und wurden zur Ursache massiver Zerstörung auf der
Erde. Es gibt zur Zeit einige Texte von zentraler Wichtigkeit von der Geschichte der Nephilim, die
meisten Erzählungen findet man in der Bibel und in den Qumran-Schriftrollen vom Toten Meer, hier wer-
den verschiedene Namen für die Nephilim erwähnt. Die diversen Gattungen dieser Riesen werden in ver-
schiedenen Passagen aufgeführt.

Mehrere Texte beziehen sich auf die Gattungen wie die Rephaim, "Die Schwächenden" oder "die Toten"
(2. Samuel 23:13; 1 Chron. 11:15), die Nephilim, "die Gewaltigen" oder "die Gefallenen" (Genesis 6:4),
die Anakim, "die Langhälsigen" (Deuteronomium 2:10; Josua 11:22, 14:15), die Emim, "die Schrecken"
(Genesis 14:5; Deuteronomium 2:10), die Zamzummim, "die Ausführenden" (Deuteronomium 2:10), und die
Awwim, "die Verwüster" oder "Schlangen". Auch andere Riesen werden in den biblischen Texten
erwähnt: Goliath (2. Samuel 21:19), ein Riese mit zwölf Fingern und zwölf Zehen, der als einer der
Rephaim bezeichnet wird, und ein ziemlich hochgewachsen Ägypter (1. Chron. 11:23).

Die Rephaim waren ein Volk von Riesen (Deuteronomium 3:11), die östlich des Jordans lebten. Sie waren
wahrscheinlich die Ureinwohner Palästinas bis zur Einwanderung der Canaaniten. Die Anakim, Zuzim, and
Emim waren Stämme dieser Rephaims. In Hiob 26:5 wurden sie beschrieben als "die, die herabgekommen
sind". Bei Samuel 21:16,18,20,33 ist "Riese" eine Wiedergabe der Einzahl "ha raphah", möglicherweise
ist dies der Name des Vaters der Riesen, auf den sich hier bezogen wird, oder er war der Gründer der
Rephaim. In der Umgangssprache lautet es hier "Arapha".

Im Deuteronomium findet man König Og von Baschan, der Einzige der letzten "Rephaim" von dem berich-
tet wird: "Denn nur Og, der König von Basan, war von dem Überrest der Riesen übriggeblieben. Siehe,
sein Bett, ein Bett von Eisen, ist es nicht in Rabba der Kinder Ammon? Seine Länge misst neun Ellen und
seine Breite vier Ellen, nach dem Ellenbogen eines Mannes..." "… und das übrige von Gilead und das ganze
Basan, das Königreich Ogs, gab ich dem halben Stamme Manasse. (Der ganze Landstrich Argob, das gan-
ze Basan, dieses wird das Land der Riesen genannt)."

Die Nephilim wurden auch als "die Wächter" bezeichnet. Die "gewaltigen Tyrannen dieser Tage", die
über die anderen herfielen. Das Wort könnte auch vom Stammwort "Wunder", "Ungetüme" oder auch
"Wunderkinder" heissen. In den Numeri 13:33 wurde der Name einem kanaanitischem Volkstamm gege-
ben, einer Rasse von beträchtlicher Statur, "den Söhnen von Anak." Die überarbeitete Version dieser
Passagen übernimmt einfach das Original: Nephilim.

Der Abschnitt der Numeri 13:26-33 erzählt eingehend von den Nephilim aus Canaan, die Josua und die
andern hebräischen Spione erblickten. Überdies soll laut einer jüdischen Erzählung ein Nephilim namens
Arba die Stadt Kiriath Arba errichtet haben, die nach ihm benannt wurde und nun unter dem Namen
Hebron bekannt ist.

Die Anakim sind ein Nomadenvolk und Volksstamm von Riesen, die von Arba abstammten (Josua 14:15),
dem Vater von Anak. Sie wohnten im Süden von Palästina, in der Nähe von Hebron (Genesis 23:2, Josua
15:13). In der Zeit Abrahams bewohnten sie die Gegenden, die später als Edom und Moab bekannt wa-
ren, östlich des Jordans. Sie waren wahrscheinlich die letzten Übriggeblieben der Ureinwohner Paläs-
tinas, die dort lange vor den Kanaanitern lebten. Ihr furchterregendes, kriegerisches Erscheinen, wie es
von den Spähern beschrieben wurde, erfüllte die Israeliten mit Entsetzen. Sie schienen sie als Nephilim
identifiziert zu haben, den "Riesen" des vorsintflutlichen Zeitalters: "Und sie gingen und kamen zu
Mose und zu Aaron und zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel in die Wüste Paran nach Kades; und
sie brachten ihnen und der ganzen Gemeinde Bescheid und zeigten ihnen die Frucht des Landes. Und sie
erzählten ihm und sprachen: ‚Wir sind in das Land gekommen, wohin du uns gesandt hast; und wirklich, es
fliesst von Milch und Honig, und dies ist seine Frucht.’ Nur dass das Volk stark ist, welches in dem Lande
wohnt, und die Städte befestigt, sehr gross; und auch die Kinder Enaks haben wir dort gesehen. Und sie
brachten unter die Kinder Israel ein böses Gerücht über das Land aus, das sie ausgekundschaftet hatten,
und sprachen: ‚Das Land, welches wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, ist ein Land, das seine
Bewohner frisst; und alles Volk, das wir darin gesehen haben, sind Leute von hohem Wuchse’. Auch haben
wir dort die Riesen gesehen, die Kinder Enaks, von den Riesen; und wir waren in unseren Augen wie
Heuschrecken, und also waren wir auch in ihren Augen." Josua vertrieb die verschiedenenen Stämme
letztlich alle aus dem Land, ausser einem Rest, der Zuflucht in den Städten Gaza, Gath und Ashdod fand
(Josua 11:22). Die Riesen der Philister, auf die David stiess (Samuel 21:15-22), waren die Nachkommen
der Anakim.

Die Emim waren ein kriegerischer Volksstamm. Sie waren "gross, viele und so hochgewachsen, wie die
Anakims" (Genesis 14:5; Deuteronomium 2:10,11).

Die Zamzummim - sie wurden von den Amoritern so genannt - waren ein Stamm von Riesen, der einst in
Ammon lebte. "Für ein Land der Riesen wird auch dieses gehalten; Riesen wohnten vordem darin, und die
Ammoniter nennen sie Samsummim." (5. Moses 2:20)
"Ein Jahr später trafen Kedorlaomer und seine Verbündeten ein. Sie besiegten die Rephaim in
Ashteroth-Karnaim, die Zuzim in Ham, die Emim in der Ebene von Kiriathaim." (Genesis 14)
"Denn die Engel des Herrn - die 'die Wächter' genannt werden - stiegen herab zur Erde, sie sollten die
Menschenkinder anweisen, damit sie auf Erden in Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit handelten." (Buch
der Jubiläen)

Nach dem Buch der Jubiläen sind diese Wächter die Söhne der Götter, die vom Himmel gesandt wurden,
um die Menschenkinder zu unterweisen, aber nachdem sie vom Himmel gekommen waren, verkehrten sie
mit den Menschentöchtern. So "fielen sie ab" und wurden dafür als "Gefallene Engel" verdammt. Die-
jenigen, die im Himmel verblieben, waren die "Heiligen Wächter". Auch in den Schriftrollen vom Toten
Meer wird darüber berichtet: "Zweihundert Engel stiegen vom Himmel herab, die als Wächter bekannt
waren, jeder von Ihnen nahm sich eine menschliche Frau." Diese Verbindungen brachten Kinder von aus-
sergewöhnlicher Grösse hervor, deren unersättlicher Appetit und Streitsucht waren so gewaltig, dass
vier Erzengel (Uriel, Raphael, Gabriel und Michael) kamen und diese Riesen in einem erbarmungslosen
Kampf erfolgreich vernichteten. Die letzten Spuren der Zerstörung beseitigte dann die darauffolgende
Sintflut.

Henoch 1, auch als "Äthiopische Apokalypse" bekannt, entstand ungefähr im Zeitraum von 200 v. Chr.
bis 50 v. Chr und gehört somit zu den ältesten pseudoepigraphischen Büchern der Welt. Es ist leider nur
in Äthiopien vollständig erhalten geblieben. In diesen Schriften erwähnt Henoch, dass bösartige Wäch-
ter auf der Erde gelandet waren. Ihr Anführer hiess Azazyel. Sie nahmen sich menschliche Frauen und
zeugten mit diesen die Riesen, die sich dann wie Sklavenhalter über die Menschen erhoben. "Die ganze
Erde ist durch das schändliche Werk der Azazyel korrumpiert worden. Merzt alle aus und auch die
Nachkommen der Wächter, denn sie haben die Menschen tyrannisiert." (Henoch 10:12,18)
"Gehe und sage den Wächtern des Himmels: ‚Die ihr zuvor den hohen und heiligen Himmeln entsagt habt
und bei den Frauen gelegen und Riesen gezeugt habt. Jetzt, da die Riesen, geboren aus Geist und
Fleisch, böse Geister auf Erden genannt werden, soll die Erde ihre Wohnstätte sein.'" (Henoch 15:1,2,8)

Geht man weiter in der Geschichte zurück, fällt es auf, dass das Land der Babylonier "Sumer" hiess,
"Land der Wächter". Carl Sagan schrieb hierzu: "Die sumerische Zivilisation wird von den Nachfahren
der Sumerer selbst als nicht menschlich dargestellt. Eine Aufeinanderfolge von fremdartigen Kreaturen
tauchte während verschiedener Generationen auf, deren Zweck es war, die Menschheit zu lehren. Sie
werden als 'Wesenheiten', 'Halbgötter' und als 'Persönlichkeiten' beschrieben, niemals jedoch als Göt-
ter."

Scheinbar bestand eine starke kulturelle Verbindung zwischen Sumer und dem frühen Ägypten. Zum Bei-
spiel wurden Ptah und die anderen Götter "Ntr", also "Wächter" genannt. Während ihrer so genannten
Ersten Zeit ("Zep Tepi") regierten die Götter das Land. Es war ein goldenes Zeitalter, in der die
Menschheit das Geschenk der Zivilisation empfing. Zu jener Zeit soll es dort Wesen gegeben haben, die
halb Mensch und halb Gott waren - die "Urshu" (ein weiteres Wort für "Wächter"). Es gab noch an-
dere Wesen, die übernatürliche Kräfte besassen, die "Neteru". Diese lebten bei den Menschen auf der
Erde in den Heiligtümern in Heliopolis und entlang des Nils. Sie schienen eigentlich zwar weiblich oder
männlich zu sein, konnten aber ihr Geschlecht und ihr Aussehen nach Belieben ändern. Aber obwohl sie
stärker und intelligenter als die Menschen waren, so konnten sie doch krank werden und sterben, sie
waren also keine Götter.

Das Ägyptische Totenbuch berichtet: "Möge ich nie unter die Messer (der Wächter) kommen, die grau-
sames Leiden verursachen. Denn ich kenne ihre Namen und ich kenne das Wesen ‚Matchet’, das sich unter
ihnen im Hause des Osiris befindet. Er lässt Strahlen aus seinen Augen schiessen, und ist selbst unsicht-
bar." Die Ägypter glaubten, dass die Wächter von "Ta-Ur" ("entferntes" oder auch "fremdes Land")
gekommen waren. Der Name "Ur" bedeutet eigentlich "Ältestes", kann sich aber auch auf die tatsäch-
liche Stadt Ur in Süd-Mesopotamien beziehen. So hiess das Rote Meer, das Ägypten und das damalige
Mesopotamien verbindet "Ta-Neter", was soviel heisst wie "Platz der Wächter". Von hier aus sollen die
göttlichen Wesen gekommen sein. Dass die ersten ägyptischen Götter vielleicht semitischen Ursprungs
waren, könnte auch erklären, warum es für Ptah eigentlich keine ägyptische Bedeutung gibt, aber im
Semitischen bedeutet sein Name "Er, der die Dinge durch Meisseln und Öffnen gestaltet."

 

Quelle: www.mikeundnadine.com